12 goldene Verhaltensregeln für Kinder und ( Erwachsene) im Umgang mit dem Hund

  1. Behandle einen Hund so, wie Du selbst behandelt werden möchtest.
    Auch Du magst es nicht, wenn man Dich an den Ohren oder den Haaren zieht, Dir auf die Zehen tritt oder Dich auch einfach nur abknutscht, wenn Dir gerade nicht danach zumute ist.
    Hunde können nicht sagen: „Hör auf!“. Vielleicht knurren sie oder gehen weg. 
    Wenn Sie diese Möglichkeit nicht haben, können sich nur mit den Zähnen wehren, und das kann sehr wehtun.

  2. Ein Hund kann noch so lieb aussehen – geh nicht zu ihm hin, ohne zu fragen.
    Man weiß nie, welche Erfahrungen ein Hund schon gemacht hat. Wenn ein Hund will, wird er schon von selbst zu Dir kommen. 
    Viele Hunde lieben Kinder, weil man so gut mit ihnen spielen kann. 
    Wenn ein Hund auf seiner Decke oder in seiner Hütte liegt, will er meist seine Ruhe. Störe ihn dabei nicht!

  3.  Vermeide alles, was ein Hund als Bedrohung auffassen könnte.
    Wenn sich ein Hund herausgefordert fühlt, kämpft er. Und wie! Ein richtig wütender Hund ist kaum zu bremsen.
    Also: 
    Drohgebärden unterlassen:
    über ihn beugen, - über die Schnauze fassen, - anstarren
    ihm etwas entreißen, - schreien und wild gestikulieren, - ihn mit den Augen fixieren

  4. Schau einem Hund nicht starr in die Augen.
    Wenn sich zwei fremde Hunde begegnen, versuchen sie zuerst, sich auf eine Rangordnung zu einigen. 
    Ein wichtiges Mittel dafür ist das „Sich-in-die-Augen-gucken“. Wer zuerst den Kopf wegdreht, ordnet sich dem anderen unter. 
    Wenn Du einem Hund in die Augen guckst, meint er, dass Du Dich mit ihm messen oder sogar kämpfen willst. 
    Schau also lieber auf die Ohrenspitzen oder auf seine Schnauze.

  5. Komm nicht in die Nähe der Rute, versuche nicht daran zu ziehen und tritt nicht darauf.
    Für den Hund ist die Rute nicht ein x-beliebiger Körperteil, sondern ein wichtiges Ausdrucksmittel. 
    So, wie wir unsere Sprache mit den Händen unterstreichen, ergänzt der Hund seine „Sprache“ mit der Rute. 
    Ängstliche Hunde klemmen die Rute zwischen die Beine. Eine steil nach oben oder nach hinten gestreckte Rute bedeutet: 
    „Achtung – ich bin gerade furchtbar böse." Nicht jedes Wedeln mit der Rute ist Freude!

  6. Störe einen Hund nicht beim Fressen. Versuche unter gar keinen Umständen, ihm sein Futter wegzunehmen.
    Fressen ist die Grundlage zum Überleben! 
    Also kann der Hund jede Störung beim Fressen als Angriff auf sein Recht auf Futter betrachten, und das darf er einfach nicht hinnehmen.
    Er wird sein Fressen mit allen Mitteln verteidigen. Also: Finger weg zum Futternapf.
    Hat er dir mal ein Brötchen oder ähnliches geklaut, versuch es dir nicht wieder zu holen. Der Hund ist stärker als du.

  7. Wenn Du mit einem Hund spielst, achte darauf, den Zähnen nicht zu nahe zu kommen.
    Für Hunde gibt es nichts Schöneres, als etwas zu fangen, zu erjagen und festzuhalten
    zum Beispiel ein Stöckchen oder einen Ball. Wenn du mit einem Hund spielst, kann es passieren, dass das Tier im Eifer einmal mit den Zähnen daneben schnappt. Das ist zwar nicht böse gemeint, tut aber ganz schön weh.
    Also, halte Abstand zum Gebiss des Hundes!

  8. Versuche nie, raufende Hunde zu trennen.
    Ein kämpfender Hund konzentriert sich nur auf seinen Gegner. Er hört nicht mehr und lässt sich nicht ablenken. 
    Darum merkt er auch nicht, wenn er in eine Hand beißt, die ihm helfen will. 
    Meist hören die Hunde allein auf, wenn wir Menschen uns nicht einmischen oder entspannt weiter gehen. 
    Im Notfall hol dir zwei Menschen zu Hilfe.

  9. Auch wenn du Angst hast – laufe nie vor einem Hund davon!
    Jeder Hund hat einen Hetz- oder Jagdinstinkt. Dafür kann er nichts, das steckt einfach in ihm drin. 
    Wenn sich jemand schnell von ihm entfernt, dann muss er hinterher, um ihn festzuhalten. Er kann dich als Beute ansehen, oder er möchte das Rudel zusammenhalten. Aber in beiden Fällen kann es wehtun, wenn er dich fest hält. 
    Nicht die Arme in die Höhe reißen. Häufig denken die Hunde, du hast was Schönes in der Hand und wollen es sich holen. 
    Dabei können sie dich manchmal anspringen oder sogar umschmeißen. 
    Zeige ihnen lieber deine leeren Hände, dann wissen sie Bescheid.

  10. Du hast zwei Hände. Der Hund hat nur seine Zähne, um etwas festzuhalten.
    Wenn ein Hund nach Dir greift, halte still. Beweg Dich nicht. Die meisten Hunde wollen gar nicht beißen, sondern nur festhalten. 
    Das piekst zwar, ist aber meist gar nicht so schlimm, wenn man stillhält. Widerstand reizt den Hund nur weiter. 
    Etwas, das sich nicht bewegt, ist für Hunde uninteressant.

  11. Wenn Du mit einem Hund spielst, achte sicherheitshalber darauf, dass ein Erwachsener in der Nähe ist.
    Erwachsene sind nun mal größer und meist kräftiger als Kinder. Das bedeutet für den Hund ganz automatisch, 
    dass sie „Chef“ sind und mehr zu sagen haben. Bei einem Konflikt mit einem Hund kann ein Erwachsener zu Deinen Gunsten entscheiden.

  12. Kein Hund ist wie der andere.
    Nicht mal, wenn es Zwillinge sind. Zwei Hunde, die gleich aussehen, können ganz verschieden sein. 
    Darum musst Du jeden Hund neu kennen lernen und herausfinden, ob er Dich mag: - sprich ihn ruhig an, lass ihn erst an dir schnuppern ( nicht gleich versuchen, ihn zu streicheln)

 

Die kalte Schnauze eines Hundes ist erfreulich warm gegen die Kaltschnäuzigkeit mancher Mitmenschen.
(Ernst R. Hauschka)